Pampasgras schneiden

Wann ist die richtige Zeit für den Rückschnit von Pampasgras?

Das Pampasgras (Cortaderia selloana) erfreut sich in vielen Gärten einer wachsenden Beliebtheit. Das Ziergras aus den Weiten Patagoniens hat mit dem in Europa beheimateten Gras wenig gemein und wird nicht zur Anlage eines Rasens genutzt, sondern als buschig stehende Zierpflanze. Das ausgesprochen eindrucksvoll wirkende Gras kann auch in unseren Gärten mehrere Meter hoch werden, wenn ihm die für das Wachstum optimalen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Damit das Pampasgras gut wächst, sind mehrere Faktoren von Bedeutung. Der Standort der Pflanze solle etwas vom Wind geschützt liegen und der Boden sollte eine gute Durchlässigkeit für Wasser besitzen, aber dennoch reich an Pflanzennährstoffen sein. Außerdem ist für eine ansehnliche Entwicklung des Pampasgrases der Rückschnitt der Pflanzen wichtig.

Das große Pampasgras mit seinen riesigen Halmen wird von vielen Gärtnern nicht zurückgeschnitten. Der Grund hierfür ist darin, dass die Schärfe der Pampasgrashalme von vielen gefürchtet wird. Alle Gräser, so auch das Pampasgras, lagern in den äußeren Bereichen der Zellen kleine Aggregate aus Siliziumoxid ein, einem extrem harten Material, aus dem auch die Schneiden scharfer Keramikmesser bestehen. Das macht die Halme scharf und schützt sie in gewissem Umfang vor Fressfeinden oder auch vor Gärtnern, die ihnen zu Leibe rücken. Beim Pampasgras wird die schneidende Wirkung der Halme noch durch eine Zahnung an den Rändern verstärkt, es sollte daher nie versucht werden, die Halme mit bloßen Händen herauszureißen oder zu kürzen, da Verletzungen ansonsten nicht ausbleiben.

Für den erforderlichen Rückschnitt ist es also unabdingbar, dass sich der Gärtner mit einer wirkungsvollen Schutzkleidung ausstattet und seine Hände mit stabilen Arbeitshandschuhen versieht. Sobald nach dem Winter die Temperaturen steigen, in der Regel zum ausgehenden März oder zum April, ist die richtige Zeit gekommen, um das Pampasgras zu schneiden. Der Rückschnitt ist erforderlich, um neuen Trieben des Grases den erforderlichen Platz mit ausreichend Licht und Luft zu schaffen. Hierfür werden die alten Halme etwa 15 bis 20 Zentimeter über der Oberfläche abgeschnitten. Viel kürzer sollte der Rückschnitt nicht ausfallen, denn im Frühjahr kann es noch Nachtfröste geben, die zu einer Schädigung der neuen Triebe führen.

Für die Ausführung der Kappungsarbeiten ist eine Gartenschere ausreichend. Damit der Rückschnitt einfach vonstattengeht ist es günstig, wenn die Scherenklingen sehr scharf sind. Sehr hilfreich bei den Rückschnittarbeiten ist es außerdem, eine Schere mit langen Griffen zu benutzten. Hierdurch wird ein unbeabsichtigter Kontakt mit den scharfen Gräsern verhindert.

Ein ordentlich ausgeführter Rückschnitt ist die Grundbedingung für starke große Pflanzen. Sollten sich trotz des Schnitts und auch sonstiger optimaler Bedingungen keine eindrucksvoll hohen Pflanzen entwickeln, so ist meist darauf zurückzuführen, dass es sich um eine männliche Pflanze handelt. Denn nur die weiblichen Exemplare erreichen eine Größe von bis zu drei Metern.

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Pampasgras

  • lateinische Bezeichnung: Cortaderia selloana
  • weitere Bezeichnung: Gräser
  • Artenvielfalt: etwa 12 Arten
  • Verbreitung: in Südamerika und Neuseeland
  • Verwendung: für Sommerblumenbeete
  • Farben: weiß-rosa Blütenrispen
  • Standort: sonnig
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Teilung
  • Überwinterung: nur in Weinbaugegenden ohne Winterschutz