Maulbeerbaum

Der Maulbeerbaum trägt weiße Früchte

Der Maulbeerbaum ist ein sommergrüner Laubbaum und gehört – wie die Gummibäume und Feigen – zur Familie der Maulbeergewächse. Man unterscheidet die Weiße und die Schwarze Maulbeere, welche aus Asien stammen und die Rote Maulbeere, die in Nordamerika beheimatet ist. Schon zu Zeiten der Römer wurde überall dort, wo in Europa das Wetter für den Weinanbau geeignet war, dieses Gewächs verbreitet. Sechs bis fünfzehn Meter können diese Bäume und Sträucher hoch werden und weisen eine graubraune Berindung auf. Die Blattformen sind unterschiedlich und können bereits an einem Baum beträchtlich voneinander abweichen.

In der Küche passen Maulbeeren prinzipiell überall dort hin, wo normalerweise Brombeeren oder Himbeeren vorgesehen sind. Besonders die weiße Beere passt gut zu Früchtecocktails, da ihr Geschmack nicht ganz so ausgeprägt ist, wie bei den anderen. Sie erinnert irgendwie an zu weich geratene Rosinen und eignet sich gut zum morgendlichen Müsli. Maulbeeressig ist eine gefragte Spezialität, da sich dieser gut mit Ölen, Kräutern, Senf und anderen Gewürzen zu Marinaden mischen lässt und bei Fischgerichten und Geflügel, aber auch bei Salaten, eine geschmacklich nicht zu unterschätzende Aufwertung erreicht wird.

Ursprünglich dienten die Blätter des weißen Maulbeerbaums als Futter und Zucht für den Seidenwickler. Viele Landschaften in ganz Europa waren durch die Maulbeerbäume und der damit verbundenen Seidenraupenzucht und der Seidenproduktion geprägt. In Preußen wurden gar Alleen, Schulhöfe und auch Marktplätze mit der Weißen Maulbeere bepflanzt, was aber – im Nachhinein betrachtet – von bescheidenem Erfolg gekrönt war.

Durch die asiatische Billigkonkurrenz auf dem Seidenmarkt musste der Maulbeerbaum anderen Obstkulturen weichen, bleibt uns aber hoffentlich als dekoratives Gewächs erhalten, damit wir in seinem Schatten relaxen können …