Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm – nur ein Unkraut?

Im Frühling sieht man in Europa und Nordasien auf Äckern, Wiesen oder an Wegrändern kurze, blassbraune Halme mit einer Ähre. Die Halme haben kein Blattgrün und ernähren sich aus dem verzweigten, dunkelbraunen Wurzelstock, in dessen knolligen Verdickungen zahlreiche Nährstoffe enthalten sind. Der Halm, der eine Länge von 10 bis 50 cm erreichen kann, ist längsgefurcht, und an seinen Knoten entspringen braune kleine Blätter, die in Bodennähe in einer zylindrischen Scheide verschachtelt sind.

Der Ackerschachtelhalm bildet keine Blüten, sondern Sporen. Hat der Wind die Sporen verweht, geht der blattgrünlose Frühjahrstrieb zugrunde. Am Wurzelstock entstehen oberirdisch Sommertriebe, neue grüne Sprossen, die sich an jedem Knoten des Halms verzweigen. Die zarten Seitenäste und die Blätter sind quirlig angeordnet, so dass der Ackerschachtelhalm aussieht wie ein kleiner Tannenbaum.

Die Blätter des Ackerschachtelhalms sind zu klein, um die ganze Pflanze ausreichend zu versorgen. Der ganze Sommertrieb, der von Mai bis Juni wächst, bildet aus dem Kohlendioxid der Luft Nährstoffe, die er dem Wurzelknollen zuführt und dort speichert.

Der Ackerschachtelhalm ist ein Unkraut. Sebastian Kneipp entdeckte ihn als Heilpflanze, die Kieselsäure enthält. Frisch gepresst hilft sie bei der Behandlung von Wunden und als Zinnkraut-Tee gegen entzündliche Erkrankungen der Niere, der Blase, zur Blutreinigung, sowie gegen Husten, Rheuma und Gicht. Bei Ekzemen und Geschwüren wird ein Tuch in den Tee getaucht und auf die betroffene Stelle gelegt. Der Tee wird aus den oberen zwei Dritteln der Sommertriebe, die an der Luft getrocknet werden, hergestellt.

Der Schachtelhalm wurde lange als Putzmittel für Gegenstände aus Zinn verwendet und deswegen Zinnkraut genannt.

Ackerschatelhalm-Tee wird im Garten gegen Mehltau, Rost und zur Vorbeugung gegen Blattläuse eingesetzt. Der Schachtelhalm muss zwanzig Minuten mit Wasser gekocht werden, damit sich der Wirkstoff Kieselsäure frei setzen kann. Die erkrankten Pflanzen, die mit dem Sud besprüht werden, bekommen durch die Kieselsäure eine festere Blattstruktur, so dass Schädlinge die Oberfläche der Pflanzen nicht mehr so einfach zerstören können.